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Was so los ist - 23. Mai 2008

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Es ist Mitte Mai und ich reise gerade während der Europa Tour von einem Ort zum Nächsten.
Es ist eigentlich meine Jahreszeit. Die Clay Court Saison ist allgegenwärtig; es ist die Zeit der Bundesliga und Roland Garros steht vor der Tür.
Es ist eine sehr schöne Zeit, aber es ist auch eine verdammt anstrengende Zeit.
Man spielt ein Turnier und wenn man verliert, reist man schnell zu seinem Verein und spielt in der Liga. Meist reist man am Tage des Punktspiels oder spätestens am nächsten Tag schon wieder zum nächsten Turnier. Das heißt, wenn du Liga spielst, gibt es keine Pausen zur Erholung.
Zumindest ich nehme mir diese Pausen nicht, da ich versuche in dieser Zeit auf meinem besten Belag viel zu spielen, zu punkten und damit auch mein Geld zu verdienen.

Leider läuft dieses Jahr noch nicht so, wie ich mir das vorstelle.
Ich war schon Mitte des letzten Jahres sehr müde und leer. Die letzten 2 Jahre waren sehr anstrengend und Kräfte zehrend.
Neben meinem harten Training und dem taffen Turnierplan in dieser Zeit war ich leider auch immer wieder mit Vorwüfen und fragwürdigen Aussagen zum Fed Cup konfrontiert. Diese Dinge haben mich verdammt viel Kraft gekostet, da ich nicht nur auf dem Platz für den Sieg, sondern auch sehr oft neben dem Platz für mein Recht und Ansehen kämpfen mußte.
Irgendwann war dann nicht mehr die ausreichende Kraft da; für die Matches. Trotzdem habe ich immer weiter hart gearbeitet, weil man in diesem Business auch nicht so einfach mal aussteigen kann. Zumindest nicht, wenn man finanziell und organisatorisch in einem kleinen Zweier-Team voll eigenverantwortlich ist.
Ich habe in dieser Zeit aber viel gelernt. Ich mußte erkennen, dass Kämpfe neben dem Platz oft mehr Ernergie kosten als im Match. Meist ist man hilflos, wenn man erlebt, wozu manche Menschen bereit sind, um sich schön darzustellen und rein zu waschen. Aber es ist genug gesagt und geschrieben worden. Diese Dinge sind hoffentlich abgeschlossen und ich bin froh, dass ich auch weiter aufrecht durch die Welt gehen kann.

Ein Gutes in dieser Zeit war aber auch, dass ich festgestellt habe, dass ich sehr viele Freunde habe, die mich mögen und mich in dem, was und wie ich es tue, gedanklich und in Taten unterstützen und hinter mir stehen. Das ist gut zu wissen. Die zahlreichen positiven Botschaften auf meiner Website helfen mir auch heute weiter und freuen mich sehr.

Im Moment trainiere ich sehr hart und viel und fühle mich grundsätzlich recht gut. Nur fehlt mir im Moment in den Matches oft das gewisse Etwas, um diese zu gewinnen.
Ich will nicht hadern, aber die Tour ist in den letzten Jahren noch härter geworden. Es geht kurzgefasst vorrangig um ein knallhartes Service und den nächsten Schlag. Bei meiner Grösse nicht ganz so einfach, da immer voll gegenzuhalten. Ausserdem kann man heute viele Bälle nicht mehr rauslaufen, da im Damenbereich schneller und schneller gespielt wird. Die Spielerinnen gehen direkt mit einem Winner auf den nächsten Punkt. Mein Trainer und ich sind da aber dran und wir sind uns sicher, auf einem guten Weg.

Dies war ein kurzer Einblick in meine Welt der vergangenen Monate.
Auch wenn es im Moment noch nicht ganz so läuft, wie ich mir das vorstelle; ich bin stolz auf das, was ich bis heute mit meinem kleinen Team erreicht habe.
Ich war im Singles viele Monate unter den ersten 50 der Welt (bestes Ranking WTA 33) und auch im Doppel bin ich nun schon lange Zeit konstant um die 50 in der Welt; im Moment steht keine Deutsche besser.

Ach ja, im April wurde ich auch wieder für die Deutsche Nationalmannschaft, den Fed Cup nominiert. Nach meinem ersten Einsatz im Fed Cup im Jahr 2001 und weiteren Einsätzen in den Folgejahren war das wieder ein Schritt in die richtige Richtung.
Damals war der Teamchef noch Markus Schur und die Mannschaftsmitglieder waren Martina Müller, Bianka Lamade, Barbara Rittner und Scarlett Werner. Auch heute denke ich oft an meinen ersten Einsatz und meinen ersten großen Sieg im Fed Cup gegen Conchita Martinez zurück. Das war 2001 eine tolle Sache in Spaniens Hauptstadt Madrid.

Also, ich bin weiter da und bleibe euch auch weiter erhalten. Ich werde weiter hart arbeiten und hoffentlich nur noch auf dem Platz kämfen müssen.
Ich werde weiter erfolgreich meine Ziele verfolgen und erreichen.

Let`s go !!!

 

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